210030

Nietzsche, Deleuze, Gouvernementalität: Ein Experiment

Proseminar

Nach Gilles Deleuzes Interpretation der Philosophie Friedrich Nietzsches lässt sich die Geschichte der Menschen als eine Geschichte langer Unterwerfungen und Einsperrungen des menschlichen Lebens verstehen. Um diesen entgegentreten zu können, ist es notwendig, das Denken und das Leben als eine Einheit zu begreifen. Denn so wird es möglich, diese Geschichte zu einer Geschichte umzuschreiben, die das Leben befreit, indem das Leben das Denken aktiviert und das Denken auf seine ihm eigene Weise das Leben bejaht. Hierzu muss sich kritisches über konservierendes Denken stellen.

Wie ein solches Denken konkret aussehen kann, möchten wir anhand ausgewählter Passagen aus dem Werk Nietzsches einerseits und dem Werk Deleuzes und Félix Guattaris andererseits rekonstruieren. Schließlich sollen die hier gewonnenen Ergebnisse in ein Experiment münden: Lässt sich eine Brücke zu der von Michel Foucault beschriebenen Regierungsform der Gouvernementalität bzw. deren Kritik schlagen? Dies könnte gelingen, weil sich nach Deleuze die oben genannte Unterwerfung und Einsperrung des menschlichen Lebens auch verstehen lässt als eine ›ständige Einladung‹ sich selbst zu unterwerfen und zu regieren. Ein Imperativ, der Foucault zufolge die Funktionsweise der Gouvernementalität treffend charakterisiert.

Literatur:

  • Deleuze, Gilles (1979): Nietzsche. Ein Lesebuch, Berlin: Merve.

Weitere Titel werden online zur Verfügung gestellt.