Und weiter geht’s! Diesmal mit einer Folge aus der dritten Staffel, die es zur Abwechslung mit politischen, kontroversen Themen versucht. Ein Paradebeispiel hierfür ist »Liebe und Tod« (im Original noch gefühlsduseliger: »When Irish Eyes Are Crying«), wo gleich zu Beginn John Lennons Imagine missbraucht wird, um das Pathos zu heben, was glücklicherweise nicht allzu lange gelingt: Denn zur Dekonstruktion des Plots benötigt Miami Vice die Hilfe Jacques Derridas nicht, das erledigt die Serie – wie sooft – zuverlässig selbst … […]
Miami Vice ist ja ein spaßige Serie. Dies liegt zu einem Gutteil an der talentierten deutschen Dialogregie, die immer wieder sprachliche Preziosen von unvergleichlicher Strahlkraft hervorbringt. Und wer behauptet, diese Serie sei ideologiefreier postmoderner Quatsch mit Soße, soll sich nicht nur von Douglas Kellner eines besseren belehren lassen, sondern die Lauscher aufsperren. Grund genug also, in loser Folge die schnittigsten Wortwechsel hier zu veröffentlichen – das Internet ist schließlich noch nicht voll genug … […]
Das narrative Hauptmotiv in Touch, zugleich Grundidee der Serie, ist nicht unbekannt. Den Filmen Alejandro González Iñárritus ähnlich, liegt es im Sich-Kreuzen von Handlungssträngen, die auf den ersten Blick nichts miteinander zu tun haben, wodurch sich zwei oder mehrere Geschichten zu einer komplexeren Geschichte mit einem Mehr an erzählerischer Tiefe verbinden. […]
I think before my days are done, I want to be a fisherman
»Angeln entspannt kolossal, ob du was fängst, ist ganz egal«, wussten Truck Stop im Jahr 1979 zu singen. Ob John Lurie diese Zeilen kennt, ist unbekannt, aber nicht undenkbar, wenn man seine sechsteilige Pseudo-Reisedoku Fishing with John (1991) gesehen hat – auch wenn Luries Musik zur Serie in nichts mit dem Verkehrssicherheitscountry (»Die Frau mit dem Gurt«) der Hamburger Asphaltcowboys zu vergleichen ist. […]
Orchids: My Intersex Adventure
Orchids: My Intersex Adventure